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Open Source und Kommunismus

Der amerikanische Soziologe Robert K. Merton prägte 1973 den Begriff Wissenskommunismus.  Wissenschaftliche Forschungsergebnisse gehören ihrem Wesen nach zum Gemeineigentum, also immaterielle Güter, die allen potentiellen Interessenten frei zugänglich sind. Es ist wesentlich, dass Forschungsergebnisse veröffentlicht werden, damit sie in einem Peer-Review-Prozess (Überprüfung durch andere Forscher und Wissenschaftler) überprüft, kritisiert, repliziert und weitergeführt werden können. Schon im alten Athen war klar, dass das an einer Universität entstehende Wissen frei weitergegeben werden muss.

Da Kommunisten "bekanntlich" gegen Eigentum sind, musste man erst den Begriff  oder wie Richard Stallman ihn bezeichnet "Kampfbegriff" des "geistigen Eigentums" einführen. Darunter werden verschiedene Konzepte wie Copyright, Patente und Handelsmarken bewusst in einen Topf geworfen, um plakativ argumentieren zu können.  Mit der rhethorischen Keule "geistiges Eigentum" können dann die Ballmers und Gates der Welt die Entwicklerinnen und Entwickler von freier Software als Kommunisten bezeichnen, obwohl sie den Beweis schuldig bleiben, worin eigentlich die Enteignung besteht.

Ganz im Gegenteil wird und wurde bei der Entwicklung von Linux und anderer freier Software "Eigentum" geschaffen. Allerdings wird dieses Eigentum der Allgemeinheit frei zur Verfügung gestellt und niemand erhebt exklusive Besitzansprüche. Anders formuliert: Ein Entwickler erzeugt mit seinem Wissen und seiner Zeit wertvollen Code, den er anderen als freie Software überlässt. Wenn ein solcher Entwickler ein Kommunist ist, nur weil er andere mit eigenen Leistungen "beschenkt", dann wäre auch Bill Gates, der ja bekanntlich in der letzten Zeit großzügig von seinem unermesslichen Reichtum gespendet hat ein Kommunist.



Merton prägte auch den Begriff selbsterfüllende Prophezeiung (englisch self-fulfilling prophecy), also Vorhersagen, die sich erfüllen, nur weil sie vorhergesagt worden sind. Wenn zum Beispiel eine - möglicherweise auf völlig falschen Annahmen basierende  - Meldung an die Presse geht, dass mit einer schlechten Kursentwicklung der an der Börse notierte Firma ABC zu rechnen sei, dann führt dies in der Regel unweigerlich zu einem Kurseinbruch, der ohne diese Meldung wahrscheinlich nicht stattgefunden hätte. Merton hatte auch den Matthäuseffekt formuliert. Die Bezeichnung spielt auf einen Satz aus dem Gleichnis von den anvertrauten Zentnern desMatthäusevangelium an: "Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, daß er Fülle habe; wer aber nicht hat, von dem wird auch genommen, was er hat." In der Umgangssprache formuliert man dieses Phänomen auch mit  "Wo Tauben sind, da fliegen Tauben zu.", "Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen" oder "Es regnet immer dorthin, wo es schon nass ist"

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